Die meisten dieser sieben Punkte wirken wie Charakterfehler. Keiner davon ist einer.
Mach mit mir einen kleinen Selbsttest. Bei jedem Punkt, bei dem du denkst „oh Mist, das bin ich“, zählst du einen Punkt. Am Ende werten wir gemeinsam aus. Zu jedem Punkt bekommst du außerdem die Übung, die genau daran arbeitet.
Eines vorweg: Dein Verhalten nach so einer Beziehung ist keine Schwäche, sondern Schutz. Dein Nervensystem hat gelernt, in einer Umgebung zu funktionieren, in der Stimmungen gefährlich waren und Aufmerksamkeit lebensnotwendig. Dieses Programm läuft weiter, auch wenn die Person längst weg ist.
Wenn du danach noch genauer hinschauen willst, gibt es dazu einen ausführlichen Test mit zehn Fragen zu genau diesen Mustern.
Punkt 1: Du liegst im Bett, todmüde, und dein Kopf startet die nächste Runde. Was hätte ich anders sagen sollen? Warum hat er das gemacht? Was ist falsch mit mir?
Diese Runden drehst du beim Zähneputzen, beim Einkaufen, mitten im Gespräch mit deiner Freundin. Dein Gehirn will verstehen, und es will dich vor neuem Schmerz schützen. Beides ist normal. Grübeln führt nur nicht zu Verstehen, sondern reißt die Wunde bei jeder Runde weiter auf.
In einem unserer Workshops saß Jörg. Acht Jahre Beziehung, Trennung von heute auf morgen, sein erster Gedanke: Was ist falsch mit mir? Wer mit dieser Annahme startet, landet zwangsläufig bei Selbstzweifeln. Bei ihm waren es Stunden, in denen er an die Decke gestarrt hat.
Genau an dieser Stelle lässt sich der Kreislauf stoppen, und bei Jörg reichte dafür ein einziger neuer Gedanke. Die Übung dazu heißt die Formel: Du schaust auf dein Gefühl, weil das Gefühl steuert, was du tust oder lässt, und das produziert am Ende deine Ergebnisse. Über dem Gefühl sitzt der Gedanke, und den nimmt fast niemand bewusst wahr. Wie du aus solchen Schleifen aussteigst, bevor sie die halbe Nacht fressen, steht ausführlich in 5 Strategien, um Grübeln zu stoppen.
Punkt 2 verwirrt noch mehr: Du vermisst ihn, obwohl du genau weißt, dass er dir nicht gut getan hat. Vielleicht schämst du dich dafür. Vermissen tust du aber nicht die Realität, sondern die Hoffnung, dass es wieder so wird wie in der ersten Zeit.
Die meisten drücken dieses Gefühl weg. Ablenken, wegschieben, „hat mir eh nicht gut getan“. Stell dir einen dieser großen Wasserbälle vor, die du unter Wasser drückst: Es kostet Kraft, und irgendwann schießt er dir ins Gesicht. Gefühle sind Wellen, und keine Welle bleibt, wenn du sie fühlst statt gegen sie zu kämpfen. Wie das praktisch geht, ohne dass dich die Welle umwirft, zeigt Gefühle fühlen lernen statt wegzudrücken.
Zwei Punkte, zwei mögliche Haken.
Such dir aus, wo du gerade stehst.
Punkt 3: Neben Kampf, Flucht und Erstarrung gibt es Fawn, also Unterwerfung. Dauer-Entschuldigen ist genau das.
Du stößt gegen einen Stuhl und sagst Entschuldigung. Du stellst eine Frage und schiebst „sorry, dass ich störe“ davor. Dazu scannst du ständig die Stimmung der anderen: Ist da jemand genervt? Habe ich was Falsches gesagt? So läufst du auf Eierschalen, weil das in der Beziehung überlebenswichtig war. Lieber einmal zu viel entschuldigt als Abwertung, Streit und Stress. Irgendwann wird daraus eine Gewohnheit, dann ein Automatismus.
Hier übersehen viele das Entscheidende. Eine Klientin, nennen wir sie Rachel, kam mit dem Satz „ich habe Verlustangst“. Darunter lagen Selbstaufopferung und ein Gefühl von Minderwertigkeit. Die Verlustangst war nur das Etikett, das sie außen bemerkt hat. Frag dich ehrlich: Welches Etikett hast du dir selbst gegeben, und was liegt wirklich darunter? Woran du echte Verlustangst erkennst und was sie von Selbstaufopferung unterscheidet, findest du in Verlustangst verstehen und besiegen.
Punkt 4 kommt ohne Ankündigung. Der Tag läuft gut, dann spielt im Supermarkt euer Lied, oder du fährst an ihrem Auto vorbei, und du bist unten. Viele denken jetzt: Mist, ich war doch schon so weit. Zurückgefallen bist du nicht, du bist getriggert. Dein Unterbewusstsein hat Lied, Geruch oder Bild mit dem Schmerz verknüpft und spielt diese Verknüpfung schneller ab, als du denken kannst.
Gute Nachricht: Eine Verknüpfung lässt sich auch wieder lösen. Weil das Unterbewusstsein in Bildern arbeitet, arbeiten wir mit Bildern. Die Übung heißt Triggermurmel: Du holst den Trigger symbolisch aus dir heraus, legst ihn auf die Hand, lässt ihn schrumpfen und zerschlägst ihn. Eine Teilnehmerin war danach zwei Tage komplett schmerzfrei, bei einer Klientin ist ein Trigger von einer 20 auf ein leichtes Schulterzucken gefallen. Warum dich Kleinigkeiten so überproportional erwischen, erklärt Beziehungsstreit: Lässt du dich triggern?.
Für die zwei häufigsten psychischen Folgen einer toxischen Beziehung gibt es je einen Griff, der in unter einer Minute wirkt. Beide betreffen dein Nervensystem, und von außen sehen sie gegensätzlich aus.
Punkt 5 ist Alarm. Dein Handy vibriert nachts, und dein Herz springt. Unbekannter Anruf, eine Nachricht, ein Like von einem fremden Profil. Dein Kopf sagt: Komm, chill, alles gut. Dein Körper reagiert, als würdest du vor einem Löwen weglaufen, weil dein System in diesem Moment nur ein Ziel kennt, und das heißt ÜBERLEBEN.
Kein Löwe ist da, und verrückt ist daran nichts. Dein Schutz meint es gut, er hat nur noch nicht gemerkt, dass die Gefahr vorbei ist. Solange er das nicht gemerkt hat, sabotiert er dich genau an den Stellen, an denen du eigentlich weiter willst. Das Werkzeug dagegen heißt Entspannung auf Knopfdruck: Du verknüpfst einen unauffälligen Punkt an deinem Körper mit einem entspannten Zustand. Bei mir ist es der Oberschenkel, ich drücke ihn in schwierigen Gesprächen oder wenn ich meine Töchter regulieren will, und ich fahre sofort herunter. Niemand sieht das.
Punkt 6 ist das Gegenteil. Du starrst in die Leere, die Wäsche liegt seit Tagen da, und du fühlst nicht Trauer, sondern gar nichts. Dann kommt der Vorwurf: Reiß dich zusammen, andere schaffen das doch auch. Faulheit ist das nicht, sondern Erstarrung, also Freeze.
An dieser Stelle wird der übliche Ratschlag gefährlich: „Geh joggen, power dich aus.“ Joggen hilft bei zu viel Energie. Bei Leere brauchst du sanfte Aktivierung: raus an die Luft, Sonnenlicht, Summen. Deshalb steht am Anfang ein Nervensystem-Test, denn welcher Teil bei dir gerade aktiv ist, entscheidet darüber, was hilft und was schadet.
Punkt 7 ist der seltsamste, und für deine Zukunft der gefährlichste. Sichtbar wird er erst, wenn es dir eigentlich schon besser geht.
Du lernst jemanden kennen. Freundlich, verlässlich, meldet sich, wenn er es sagt, macht keine Spielchen. Dein erster Gedanke: Was will der von mir? Oder noch verwirrender: Irgendwie fühlt sich das langweilig an, da fehlt was.
Eine Leserin hat uns geschrieben: „Mein neuer Partner ist Gott sei Dank wertschätzend und aufmerksam. Und ich bekomme gerade Angst, dass mir das zu viel ist, und ich suche nach Fehlern.“ Wer jahrelang Achterbahn gelebt hat, empfindet Ruhe als fremd. Dann verwechselst du Intensität mit Nähe und Drama mit Leidenschaft. Vielleicht fehlen dir gar nicht die Schmetterlinge, sondern nur die Achterbahn. Warum dich gerade das Unruhige magnetisch anzieht, steht in Toxische Partner: Warum ziehen wir sie an?.
Darunter liegt die größere Frage, die viele nach so einer Beziehung stellen: Wer bin ich eigentlich, und was will ich? Beantworte diese drei Fragen schriftlich, nicht im Kopf. Wer warst du vor der Beziehung? Was hat dich damals ausgemacht? Wer willst du jetzt sein?
Wenn etwas tief sitzt, rechnen die meisten mit Jahren. Entstanden ist deine Angst aber in Sekunden.
Stell dir jemanden auf einem Balkon vor. Der Balkon bricht ab, die Person landet mit Kratzern und Brüchen auf dem Boden. Hat sie danach Höhenangst? Sehr wahrscheinlich. Und wie lange hat es gedauert, bis diese Angst da war? Zwei, drei, vielleicht fünfzehn Sekunden.
Ein Gehirn, das in fünfzehn Sekunden eine tiefe Angst lernt, lernt sie auch wieder um. Nicht in fünfzehn Sekunden, aber deutlich schneller, als du gerade glaubst.
Jetzt werte deinen Selbsttest aus.
0 bis 2 Punkte: Dein System ist die meiste Zeit in Sicherheit. Nimm den einen Punkt, der dich am meisten getroffen hat, und arbeite gezielt daran.
3 bis 5 Punkte: Dein Nervensystem arbeitet im Schutz- und Alarmmodus. Das kostet dich jeden Tag Energie, die du oft nicht einmal bemerkst.
6 bis 7 Punkte: Damit bist du definitiv nicht allein, und es heißt nicht, dass mit dir etwas nicht stimmt. Dein System musste dich beschützen und tut es weiter. Deshalb bist du nicht im Flow, sondern im Funktionieren, eher im Überleben. Verrückt bist du nicht, zu emotional auch nicht. Dein System darf lernen, dass die Gefahr vorbei ist.
Warum fühlt man sich nach einer toxischen Beziehung so wertlos?
Weil du über Monate oder Jahre gelernt hast, dass deine Bedürfnisse Ärger auslösen. Dein Selbstwert hing an der Stimmung einer anderen Person. Der Wert ist nicht weg, die Verbindung zu ihm ist unterbrochen.
Ist es normal, den Ex zu vermissen, obwohl er mir nicht gut getan hat?
Ja, und ein Rückfall ist es nicht. Du vermisst die Hoffnung auf die gute Version dieser Beziehung, nicht die Realität, die du erlebt hast.
Warum habe ich nach einer toxischen Beziehung keine Gefühle mehr?
Das ist Freeze, eine Stressreaktion deines Nervensystems. Es fährt Gefühle herunter, wenn sie zu lange zu viel waren. Sanfte Aktivierung hilft hier, Auspowern macht es meistens schlimmer.
Bin ich nach einer toxischen Beziehung beziehungsunfähig?
Nein. Dein Alarmsystem ist nur empfindlich eingestellt, und diese Einstellung lässt sich ändern. Dass Ruhe dich zuerst irritiert, zeigt alte Prägung, keine Unfähigkeit.
Was hilft gegen Trigger nach einer toxischen Beziehung?
Arbeite mit Bildern statt mit Argumenten, weil dein Unterbewusstsein in Bildern arbeitet. Trigger symbolisch herausholen, verkleinern, auflösen. Ein Gespräch über den Trigger löst ihn selten, ein Bild schon.
Nach einer toxischen Beziehung ist fast nichts an deinem Verhalten seltsam, sobald du weißt, wovor dein System dich schützt. Grübeln, Vermissen, Dauer-Entschuldigen, Trigger, Herzrasen, Leere und die Langeweile bei einem gesunden Menschen sind sieben Formen desselben Schutzes. Gehört haben die meisten dazu nur einen Satz: Lass doch einfach los. Was fehlt, ist das ‚Wie‘.
Für genau dieses ‚Wie‘ haben wir den Kurs „Auf Knopfdruck besser“ gemacht. Zu jedem der sieben Punkte gehört dort eine Übung: die Formel fürs Kopfkino, die Gefühlswelle fürs Vermissen, die Triggermurmel für die Trigger, Entspannung auf Knopfdruck fürs Herzrasen, der Nervensystem-Test mit passender Toolbox für die Leere, ein Workbook für die Frage, wer du eigentlich bist. Dazu kommt ein Notfall-Workbook für die ersten sieben Tage, für die Momente nachts um drei, wenn dich die Gedanken überrollen. Julia ist nach fünf Wochen aufgewacht und hat zum ersten Mal nicht an diese Person gedacht.
Du kannst dabei nur gewinnen. Im schlimmsten Fall kennst du danach deine Muster und hast ein paar Werkzeuge in der Hand. Im besten Fall ist es der Anfang davon, dass du wieder ruhig schläfst. Der Kurs ist gerade zum Aktionspreis da: Auf Knopfdruck besser ansehen
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Über 200 Klienten begleitetLeitet das Support-TeamSeit 2023 im Team
Anja Rausche ist seit 2023 bei Dr. Hermes dabei. Sie hat die Ausbildung zum Beziehungs- und Transformationscoach absolviert und seither über 200 Klienten betreut. Ihre tiefe Empathie schöpft sie aus persönlichen Lebenserfahrungen, die sie selbst durch sehr schwierige Phasen geführt haben.
Gleichzeitig bringt Anja jahrzehntelange Erfahrung auf Weltklasseniveau im Tanzsport mit: Sie war Weltranglistengewinnerin, Finalistin bei Welt- und Europameisterschaften, betreut heute den Nationalkader und gehört zu den Top 5 international am höchsten lizensierten Trainerinnen und Ausbilderinnen.
Diese einzigartige Kombination aus persönlicher Transformation vom tiefsten Tiefpunkt, den jemand haben kann, Coaching-Expertise und internationaler Spitzenkarriere macht sie zu einer Coachin, die Menschen gleichermaßen mitfühlend und professionell begleitet.
Anja hat die Transformation der Klienten im Überblick und leitet das Support Team an. In der Community weiss jeder, dass der Support und die Unterstützung durch Anja der Schlüssel für sehr viele Transformationen ist und war. Sie ist damit unverzichtbar für die Klienten und auch für unsere gesamte Firma.
Anja hat aufgrund ihrer langjährigen Erfahrung im Einzel- und Gruppencoaching bereits eigene Coaching Techniken selbst entwickelt.
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Frederik ist seit 2023 im Dr. Hermes Team und leitet das Coaching. Seine Fachgebiete sind Glaubenssätze, Kommunikation und Selbstliebe.
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