In diesem Blogartikel möchte ich über Verlustangst sprechen. Du wirst herausfinden ob du zu Verlustangst tendierst, was Ursachen dafür sein können und welche Probleme daraus für eine Beziehung resultieren können.
Denn viele meiner Klienten haben dies gemeinsam, Verlustängste treten häufig auf, ca. 1/3 aller Menschen leiden darunter oder sind damit schon mal selbst in Berührung gekommen.
Deshalb möchte ich dir heute die Ursachen aufzeigen und dir Tipps geben, wie du deine Verlustangst besiegen und wieder die Oberhand gewinnen kannst.
Den ersten Schritt in Richtung Freiheit kannst du dir gleich kostenlos mitnehmen: In meinem kostenlosen PDF „Verlustangst überwinden“ zeige ich dir die 10 Schritte, mit denen meine Klienten ihre Verlustangst erfolgreich reguliert haben – für eine Beziehung auf Augenhöhe, statt Einsamkeit und Angst.
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Die Ursachen für Verlustangst können sehr vielseitig sein und liegen oft in der Kindheit und frühen Beziehungserfahrungen. Häufige Ursachen sind z.B.
Unsichere Bindungserfahrungen in der Kindheit
Vernachlässigung, Trennung von Bezugspersonen und instabile Beziehungen in der Kindheit können Verlustangst im Erwachsenenalter verursachen. Kinder, die keine sichere Bindung zu ihren Eltern entwickeln konnten, haben oft Schwierigkeiten, Vertrauen in andere Menschen aufzubauen und fühlen sich unsicher in Beziehungen.
Was es bedeutet, einen sicheren vs. unsicheren Bindungsstil zu haben – und wie genau diese frühen Muster Verlustangst im Erwachsenenalter formen – erfährst du kompakt im Bindungsstile & Beziehungsmuster Lexikon: alle relevanten Begriffe verständlich erklärt, damit du deine eigene Geschichte einordnen kannst.
Geringes Selbstwertgefühl
Ein niedriges Selbstwertgefühl führt dazu, dass Personen sich unsicher und nicht genug fühlen. Sie zweifeln oft an ihren eigenen Fähigkeiten und Wert als Partner, was Verlustangst verstärken kann. Menschen mit geringem Selbstwertgefühl suchen oft ständig nach Bestätigung von außen, um sich selbst zu fühlen.
Traumatische Erfahrungen
Erfahrungen mit Missbrauch, Vernachlässigung oder dem Verlust wichtiger Bezugspersonen können tiefe emotionale Wunden hinterlassen und zu Verlustangst führen. Traumatische Ereignisse in der Vergangenheit können das Vertrauen in andere Menschen erschüttern und dazu führen, dass Menschen sich in Beziehungen unsicher und ängstlich fühlen.
Ängste vor Ablehnung und Verlassenwerden
Erfahrungen mit Ablehnung und Verlassenwerden in der Vergangenheit können zu tiefen Ängsten führen, die Verlustangst verstärken. Menschen, die in der Vergangenheit verlassen wurden oder die Erfahrung von Ablehnung gemacht haben, entwickeln oft eine Angst davor, erneut verletzt zu werden, und reagieren daher mit übermäßiger Kontrolle und Klammern in Beziehungen.
Unbewusste Glaubenssätze
Negative Glaubenssätze, wie das Gefühl, nicht liebenswert zu sein oder dass niemand uns wirklich nahe sein will, können Verlustangst beeinflussen. Diese tief verwurzelten Überzeugungen beeinflussen das Verhalten und die Reaktionen in Beziehungen und können dazu führen, dass Menschen sich unsicher und ängstlich fühlen.
Verlustangst kann in verschiedenen Formen auftreten und viele Probleme in Beziehungen verursachen, wie z.B.
Übermäßige Kontrolle und Klammern – Menschen mit Verlustangst haben oft das Bedürfnis, ihren Partner zu kontrollieren und zu klammern, um Sicherheit zu erlangen. Dies führt häufig zu Spannungen und Konflikten in der Beziehung, da der Partner sich eingeengt und überwacht fühlt.
Suchen nach Bestätigung im Außen – Verlustangst führt oft dazu, dass Personen ständig nach Bestätigung von außen suchen. Sie brauchen ständig das Gefühl, geliebt und geschätzt zu werden, da sie sich selbst nicht genug schätzen und bestätigen können. Dies kann zu einem ständigen Bedürfnis nach Aufmerksamkeit und Anerkennung führen.
Übermäßige Eifersucht – Übermäßige Eifersucht kommt bei Verlustangst häufig vor, da die Angst, die Bezugsperson zu verlieren, existenziell erscheint und starke emotionale Reaktionen auslöst. Selbst harmlose Handlungen des Partners können als Bedrohung für die Beziehung wahrgenommen werden, was zu Spannungen und Konflikten führt.
Bindungsunfähigkeit – Bei manchen Verlustängstlern entwickelt sich zudem eine Bindungsunfähigkeit als Schutzmechanismus. Sie vermeiden es, sich auf tiefe Beziehungen einzulassen, um sich vor möglichen Verletzungen zu schützen. Dies führt dazu, dass sie Beziehungen oberflächlich halten oder sogar ganz vermeiden.
Missbrauch von Macht und Manipulation – In extremen Fällen kann Verlustangst sogar dazu führen, dass Menschen Macht und Manipulation einsetzen, um ihre Bedürfnisse nach Sicherheit und Bestätigung zu erfüllen. Sie können ihren Partner kontrollieren, emotional erpressen oder manipulieren, um ihre eigenen Unsicherheiten zu kompensieren. Dies führt zu einer ungesunden Dynamik in der Beziehung und kann langfristig schädlich sein.
Verlustangst kann sich auf vielfältige Weise in unserem Leben manifestieren und uns daran hindern, gesunde Beziehungen zu führen und uns selbst zu akzeptieren. Aber es ist möglich, diese Ängste zu überwinden und ein erfülltes Leben zu führen, das von Selbstliebe und innerer Stärke geprägt ist.
1. Die richtige Einstellung
Verlustangst zu überwinden erfordert die richtige Einstellung. Statt sie als etwas Krankhaftes zu betrachten, sollten wir sie als ein normales menschliches Gefühl anerkennen. Es ist wichtig, diese Ängste ohne Druck anzunehmen und mit Selbstmitgefühl zu betrachten. Nur wenn wir verstehen und akzeptieren, warum wir diese Ängste haben, können wir sie transformieren und reduzieren.
2. Innere Geborgenheit finden
Menschen mit Verlustangst suchen oft nach Sicherheit im Außen, indem sie Bestätigung und Anerkennung von anderen erwarten. Der Schlüssel ist jedoch, Sicherheit und Geborgenheit in uns selbst zu finden. Durch Selbstregulierung können wir ein inneres Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit entwickeln, das es uns ermöglicht, auch in schwierigen Situationen ruhig zu bleiben.
3. Negative Glaubenssätze auflösen
Ein häufiger Glaubenssatz bei Verlustangst ist „Ich bin nicht gut genug, um geliebt zu werden.“ Dieser tief verwurzelte Glaube kann unser Selbstwertgefühl beeinträchtigen und unsere Beziehungen belasten. Es ist wichtig, diese negativen Glaubenssätze zu erkennen und aufzulösen, um frei von Selbstzweifeln und Unsicherheiten zu werden.
4. Selbstliebe entwickeln
Selbstliebe ist ein wichtiger Schlüssel zur Überwindung von Verlustangst. Statt Selbstliebe als unerreichbares Ziel zu betrachten, können wir sie in kleine Schritte unterteilen. Angefangen bei der Selbstwahrnehmung bis hin zur Selbstvergebung und Selbstfürsorge können wir allmählich ein tieferes Gefühl der Selbstliebe entwickeln.
5. Energie auf alle Lebensbereiche verteilen
Eine gesunde Beziehung zu uns selbst und anderen erfordert ein Gleichgewicht in allen Lebensbereichen. Indem wir unsere Energie auf unsere Hobbys, unsere Gesundheit, unsere Freunde und unsere Beziehungen verteilen, können wir Verlustangst reduzieren und uns selbst treu bleiben.
6. Bedürfnisse erkennen
Um unsere Bedürfnisse zu erfüllen, müssen wir sie zuerst erkennen. Verlustangst neigt dazu, uns dazu zu bringen, uns zu früh und zu stark emotional zu binden, ohne unsere eigenen Bedürfnisse zu berücksichtigen. Durch Selbstreflexion und Selbstbewusstsein können wir klarer definieren, was wir von einer Beziehung erwarten.
7. Gesunde Grenzen setzen
Menschen mit Verlustangst haben oft Schwierigkeiten, gesunde Grenzen zu setzen und zu respektieren. Es ist wichtig, unsere eigenen Grenzen zu kennen und zu kommunizieren, sowie die Grenzen anderer zu respektieren. Das Setzen von Grenzen ist ein Akt der Selbstachtung und ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Überwindung von Verlustangst.
8. Konstruktiv kommunizieren
Gesunde Beziehungen erfordern eine offene und konstruktive Kommunikation. Das Ansprechen von Konflikten und das Setzen von Grenzen sind entscheidend für das Wachstum und die Stärkung von Beziehungen. Durch den Einsatz von Techniken wie gewaltfreier Kommunikation können wir Konflikte konstruktiv lösen und Vertrauen aufbauen.
9. Werte und Bedürfnisse kommunizieren
Um toxische Beziehungen zu vermeiden, ist es wichtig, klare Erwartungen zu haben und diese zu kommunizieren. Indem wir unsere eigenen Bedürfnisse und Werte kennen und kommunizieren, können wir sicherstellen, dass unsere Beziehungen auf gegenseitigem Respekt und Verständnis basieren.
10. Kontinuierlich bereit sein für Entwicklung
Die Überwindung von Verlustangst ist ein fortlaufender Prozess der Selbstentwicklung. Es erfordert Geduld, Selbstreflexion und die Bereitschaft, kontinuierlich an uns selbst zu arbeiten. Indem wir uns unserer Ängste bewusst werden und aktiv daran arbeiten, sie zu überwinden, können wir ein erfülltes und glückliches Leben führen, das von Selbstliebe und innerer Stärke geprägt ist.
Insgesamt ist die Überwindung von Verlustangst ein persönlicher und individueller Prozess, der Zeit und Engagement erfordert. Durch die Annahme einer positiven Einstellung, die Entwicklung von Selbstliebe und die Stärkung unserer inneren Stärke können wir ein Leben führen, das frei von Angst und voller Selbstvertrauen ist.
Desto eher du es angehst, deine Ängste zu minimieren, desto besser.
Zu den 10 Tipps, die ich dir genannt habe, ist es wichtig, sich der Ursache bewusst zu werden und daran zu arbeiten, um Verlustangst zu überwinden und gesunde Beziehungen aufzubauen. Dies kann durch professionelle Unterstützung, Selbstreflexion und das Erlernen neuer Bewältigungsstrategien geschehen.
Da wir schon viele Klienten erfolgreich beim Umgang mit Verlustangst begleitet haben, melde dich gerne bei uns, wenn du Unterstützung suchst.
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Anja Rausche ist seit 2023 bei Dr. Hermes dabei. Sie hat die Ausbildung zum Beziehungs- und Transformationscoach absolviert und seither über 200 Klienten betreut. Ihre tiefe Empathie schöpft sie aus persönlichen Lebenserfahrungen, die sie selbst durch sehr schwierige Phasen geführt haben.
Gleichzeitig bringt Anja jahrzehntelange Erfahrung auf Weltklasseniveau im Tanzsport mit: Sie war Weltranglistengewinnerin, Finalistin bei Welt- und Europameisterschaften, betreut heute den Nationalkader und gehört zu den Top 5 international am höchsten lizensierten Trainerinnen und Ausbilderinnen.
Diese einzigartige Kombination aus persönlicher Transformation vom tiefsten Tiefpunkt, den jemand haben kann, Coaching-Expertise und internationaler Spitzenkarriere macht sie zu einer Coachin, die Menschen gleichermaßen mitfühlend und professionell begleitet.
Anja hat die Transformation der Klienten im Überblick und leitet das Support Team an. In der Community weiss jeder, dass der Support und die Unterstützung durch Anja der Schlüssel für sehr viele Transformationen ist und war.
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Im Coaching liegt ihr Fokus auf den Themen: Emotionale Stabilisierung, Selbstwert aufbauen, innere Sicherheit und Transformation im Unterbewusstsein.
Anja hat aufgrund ihrer langjährigen Erfahrung im Einzel- und Gruppencoaching bereits eigene Coaching Techniken selbst entwickelt.
Frederik und Jens kennen sich seit 1996. Die beiden verbindet eine tiefe Freundschaft und viel Vertrauen.
Frederik ist seit 2023 im Dr. Hermes Team und leitet das Coaching. Seine Fachgebiete sind Glaubenssätze, Kommunikation und Selbstliebe.
2006 begann seine Ausbildung zum Heilpraktiker für Psychotherapie.
Seit 2013 ist Frederik als Trainer der Gewaltfreien Kommunikation (GfK) aktiv. Er hat sich im systemischen Arbeiten nach Virginia Satir, motivierender Gesprächsführung und auch interkultureller Kommunikation weitergebildet.
Bei uns in der Community wird Frederik für seine direkten Worte “Ehrlichkeit mit Herz” geschätzt, sowie auch seine guten Fragen und seinen Humor.
Jens nennt ihn den Glaubenssatz-Detektiv.
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Zuletzt aktualisiert am 29. März 2026 von Jens Hermes